
Zweites Leben – Erste Wahl: der Volvo L120H im Einsatz bei Reiling
Gemeinsam demonstrieren das Recyclingunternehmen Reiling GmbH & Co. KG und die Swecon Baumaschinen GmbH, was hinter dem Erfolg einer Rebuild-Maßnahme am Standort Anröchte steckt und das Projekt zum Paradebeispiel für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit macht.
Im Glasrecycling-Zentrum der Reiling GmbH & Co. KG in Marienfeld muss es jeden Tag zuverlässig zur Sache gehen: Altglashaufen zusammenschieben, Aufbereitungsanlagen beschicken, Lkw beladen – ohne leistungsfähigen Radlader steht der Materialfluss still. Diese Schlüsselfunktion übernimmt seit vielen Jahren unter anderem ein Volvo L120H, der unter den abrasiven Bedingungen des Glasumschlags Schwerstarbeit leistet. Mit der Zeit hatte die Maschine jedoch sichtbar an Glanz verloren – technisch wie optisch war klar: Es ist Zeit für eine Grundsatzentscheidung.
Statt auf eine Neuanschaffung zu setzen, entschied sich Reiling für einen konsequent nachhaltigen Weg: das zertifizierte Volvo Rebuild Programm von Swecon. „Durch Nachhaltigkeit wollten wir Ressourcen schonen und unseren Maschinen ein neues Leben geben“, beschreibt Dirk Bessmann, stellvertretender Produktionsleiter der Reiling GmbH & Co. KG, die Zielsetzung.

Christian Spieth (Swecon, li.) und Dirk Bessmann (Reiling) sehen den L120H als gelungenen Start für weitere Rebuild Projekte.

Beim Rebuild wurde der Volvo L120H komplett zerlegt und die Einzelteile entweder überholt oder durch Volvo Originalersatzteile ausgetauscht.
Wirtschaftlich denken, nachhaltig handeln
Seit vielen Jahren arbeitet Reiling eng mit Swecon zusammen, wenn es um Kauf, Service, Wartung und Ersatzteile für die Volvo Flotte geht. Unter anderem sind am Standort Marienfeld bereits zwei Volvo Radlader L120H und ein Volvo Radlader L20 im Einsatz.
Swecon Kundendienstleiter Frank Schaefer und sein Team kennen Einsatzprofil und Belastungen des L120H genau und wussten: Die Grundsubstanz der Maschine ist nach wie vor stark, Verschleiß und Alter sprechen aber für eine umfassende technische Erneuerung.
„Wir hatten klare Erwartungen: Wir wollten, dass der überholte L120H anschließend wie ein neuer Radlader läuft. Das war der Anspruch“, betont Bessmann. Die Rechnung ist aufgegangen: deutlich geringere Investitionskosten im Vergleich zu einer Neuanschaffung, niedrigere Kosten pro Betriebsstunde und gleichzeitig ein stimmiges Signal im Hinblick auf Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft – ein Ansatz, der perfekt zu einem Recyclingunternehmen wie Reiling passt.

Reiling und Swecon Baumaschinen haben mit der Rebuild-Maßnahme am Standort Anröchte ein Paradebeispiel für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit geschaffen.
Acht Wochen, 550 Teile: Das erste Rebuild in Anröchte
Für den Swecon Standort Anröchte war der Volvo L120H von Reiling das erste zertifizierte Rebuild Projekt und damit ein echter Härtetest für das Team. „Es war eine wirklich spannende Aufgabe den Radlader einmal komplett zu zerlegen und anschließend von Grund auf neu aufzubauen“, berichtet Christian Spieth, verantwortlicher Rebuild Monteur, Swecon Baumaschinen GmbH. „Über acht Wochen waren ich und zwei weitere erfahrene Mitarbeiter fast durchgängig mit dem Radlader beschäftigt, von der ersten Demontage bis zur finalen Funktionsprüfung.“
Der Umfang war entsprechend groß: „Wir haben beim Radlader sämtliche Kabelbäume ausgetauscht, Hydraulikzylinder überholt, die Achsen generalüberholt und Motor sowie Getriebe als neue Komponenten verbaut“, zählt Spieth auf. Insgesamt wurden rund 550 gelistete Originalteile getauscht. Dazu kam ein überholtes Kühlerpaket, die Hydraulikverschlauchung wurde erneuert und das Hubgerüst bekam neue Buchsen inklusive neuer Bolzen. „Ein großer Vorteil war, dass alle zentralen Hauptkomponenten erhalten werden konnten: Die Hydraulikzylinder waren nach der Überholung wieder wie neu. Das Chassis, das Hubgerüst und die Achsen konnten nach der Generalüberholung wieder vollumfänglich in den Einsatz gebracht werden“, erklärt Spieth.
Neben den technischen Herausforderungen war auch die Prozess-Struktur des Projekts ein Schlüssel zum Erfolg: „Das war unser erstes Volvo Rebuild am Standort und für alle Beteiligten eine echte Herausforderung. Wir haben genau geplant, welche Komponenten in welcher Reihenfolge bestellt und verbaut werden, um alles im vorgegeben Zeitrahmen zu halten. Ich bin richtig stolz, wie gut das Team bei diesem Rebuild Projekt zusammengearbeitet hat“, fasst Spieth zusammen.

Störungen oder ungeplante Ausfälle sind bislang kein Thema, und die Fahrer attestieren dem Radlader ein Fahrgefühl wie bei einer neuen Maschine.
Wie ein neuer Radlader, inklusive Service und Garantie
Nach der Grundüberholung und dem Einbau aller neuen Komponenten wurde der Volvo L120H mit den aktuellen technischen Spezifikationen ausgestattet, wie sie auch für die aktuelle Baureihe gelten. In Sachen Leistungsfähigkeit, Effizienz und Ausstattung gleicht der Radlader optisch wie technisch einer Neumaschine. Umfassende Funktionsprüfungen und die Übergabe mit Einweisung an das Reiling-Team schlossen den Rebuild Prozess ab.
Auch bei Garantie und Service gibt es keine Abstriche: „Nach Abschluss eines Volvo Rebuild erhalten Kunden auf die ausgeführten Arbeiten die gleiche Garantie wie bei der Auslieferung einer neuen Maschine. Unsere Kunden können darüber hinaus noch weitere individuelle Wartungs- und Reparaturverträge abschließen“, betont Spieth. Damit bietet Swecon mit dem Volvo Rebuild Konzept seinen Kunden nicht nur eine Investitionsalternative, sondern auch die gewohnte Sicherheit im laufenden Betrieb.

Nach der Grundüberholung und dem Einbau aller neuen Komponenten gleicht der Volvo L120H optisch wie technisch einer Neumaschine.
Bewährungsprobe bestanden: 3.000 Stunden im Glasumschlag
Knapp ein Jahr nach der Rückkehr nach Marienfeld hat der überholte Volvo L120H bereits rund 3.000 Betriebsstunden im Glasrecycling absolviert: im täglichen Einsatz beim Aufhaufen der Glasberge, beim Beladen der Lkw und beim Beschicken der Aufbereitungs- und Zerkleinerungsanlagen. Störungen oder ungeplante Ausfälle sind bislang kein Thema, und die Fahrer attestieren dem Radlader ein Fahrgefühl wie bei einer neuen Maschine. Entsprechend eindeutig fällt das Fazit von Dirk Bessmann aus: „Nach 3.000 Betriebsstunden können wir sagen: Für uns war es die richtige Entscheidung. Die Maschine läuft wieder wie am ersten Tag, genau wie wir es von unseren Partner Swecon erwartet haben.“

Die Erwartungen an den Rebuild waren hoch: Der Volvo L120H sollte wieder wie eine Neumaschine funktionieren.
Bereit für das nächste zweite Leben
Für Swecon Anröchte markiert das Rebuild des L120H von Reiling einen wichtigen Meilenstein. „Nach vorheriger Prüfung lässt es sich für fast alle älteren Volvo Maschinen anwenden. Unser Team am Standort Anröchte ist auf jeden Fall bereit für kommende Rebuild-Projekte“, bekräftigt Spieth. Die Kombination aus zertifiziertem Prozess, eingespieltem Team und konkreter Referenz im harten Glasrecycling-Einsatz zeigt, welches Potenzial im Konzept „zweites Maschinenleben“ steckt.
Auch Dirk Bessmann blickt bereits nach vorn: „Wir haben schon weitere Ideen, welche Volvo Maschinen wir ebenfalls durch das Rebuild Programm erneuern lassen könnten.“ Was im Glasrecycling in Marienfeld begonnen hat, könnte damit zum Vorbild für weitere Standorte und Branchen werden – überall dort, wo Nachhaltigkeit nicht nur beim Material, sondern auch bei den eingesetzten Maschinen gelebt wird.
