Eine über 120-jährige Geschichte, sieben Tochtergesellschaften und mehr als 30 eigene Standorte in Deutschland, Norwegen und Schweden: Keine Frage, die Firmengruppe Leonhard Weiss, seit Gründertagen zu 100 Prozent in Familienbesitz, steht in der Baubranche für ein echtes Schwergewicht.
„Wir setzen auf Tradition, gepaart mit der Anwendung von innovativen Techniken“, heißt es auf der Homepage, und mit Blick auf den Maschinenpark darf man das getrost für bare Münze nehmen. Als Komplettanbieter setzt Leonhard Weiss in jedem Geschäftsbereich auf modernstes Equipment, sei es im Straßen- und Netzbau, dem Gleisinfrastrukturbau oder dem Ingenieur- und Schlüsselfertigbau.
Auf die Frage, was Nachhaltigkeit im Unternehmen bedeutet, hat Tobias Schroth, Teamleiter Maschinentechnik, klare Vorstellungen: „Nachhaltigkeit bedeutet die Anpassung an den technischen Fortschritt und gleichzeitig dem Markt ebenso gerecht zu werden, wie den Anforderungen der Kunden. Wir achten auf Umwelt und Mitarbeiter und sind ein fortschrittliches Unternehmen mit neuester Maschinentechnik.“
Als Konsequenz setzt Leonhard Weiss zunehmend auf alternative Antriebe, im Fall von Volvo CE auf die kompakten Elektro-Radlader der Serie L25 Electric. Fünf der batterieelektrischen Maschinen sind bereits im Bestand. „Wir haben bei den elektrischen Maschinen weniger Vibrationen, keine Abgase und weniger Lärm – vor allem auch für die Mitarbeiter rundherum“, berichtet Tobias Schroth.
Selbstverständlich gehört dazu mehr als nur die Maschinentechnik. Eine große Rolle spielen die verwendeten Materialien, hinzu kommen Fragen rund um Recycling und Entsorgung sowie die Transportwege. Aber auch hier setzt Leonhard Weiss den Hebel an, beispielsweise mit batterieelektrischen Lkw von Volvo Trucks. „Wir wollen bei der Technik zukunftsorientiert arbeiten und sehen uns dabei in der Vorreiterrolle“, bekräftigt Tobias Schroth.
„Vorreiterrolle“ liefert das Stichwort, an dem sein Kollege Thomas Denk einhakt. Thomas Denk betreut bei Leonhard Weiss unter anderem Produktneuheiten und deren Einführung und hatte mit dem batterieelektrischen Kettenbagger Volvo EC230 Electric unlängst einen ganz besonderen Probanden am Start. „Wir sind offen für neue Technologien und haben gemeinsamt mit Stefan Bach, Key Account Manager bei Volvo CE, über einen Test mit dem EC230 Electric gesprochen. Grundsätzlich müssen aber die Rahmenbedingungen an der Baustelle stimmen“, kommentiert Thomas Denk. Ein passendes Versorgungsnetz gibt es längst nicht überall, wobei neben größeren Akkus an der Maschine auch mobile Energiespeicher, wie sie Volvo CE ebenfalls anbietet, in Zukunft eine gangbare Alternative sein könnten. „Volvo ist wirklich Vorreiter“, lobt Denk, „aber die grundsätzliche Infrastruktur zum Laden ist in Deutschland noch nicht so weit. Das kennen wir von den E-Lkw.“
Stefan Bach kennt das Thema seitens Volvo CE ebenfalls nur zu gut. „Wir haben bei der Elektro-Mobilität eine klare Agenda, auch mit Blick auf unsere eigenen Nachhaltigkeitsziele. Ein Unternehmen wie Leonhard Weiss, das als einer der ersten deutschen Kunden den EC230 Electric testen konnte, passt hervorragend dazu. Eine der größten praktischen Hürden bildet aber nun mal die Infrastruktur.“ Die Akzeptanz bei den Kunden sieht er ansonsten auf einem guten Weg.
Was die angesprochene Bereitschaft anbelangt, fügen sich die am Test des EC230 Electric beteiligten Fahrer nahtlos ins Bild. Auch für sie steht die Energiefrage beziehungsweise die Ladesituation im Vordergrund. „Der Bagger fährt sich wie jeder andere auch, die Leistung ist da. Die Maschine reagiert wie ein Diesel, den Unterschied merkt man quasi nicht – Aber man schaut halt immer nur auf den Batteriestatus“, bestätigen die beiden Fahrer der Einsatzbaustelle.
Alles in allem ist Teamleiter Tobias Schroth beim Elektro-Thema zuversichtlich: „Natürlich ist der Mensch ein weiterer Faktor – wir haben über 7.400 Mitarbeiter und sind hier auch in der Aufklärung, damit wir sie abholen. Wir werben intern mit den neuen Techniken, veranstalten Schulungen und Eventtage. Im ersten Schritt gehen die E-Maschinen dann zu unseren 'Elektro-Pionieren': Es gibt Bauleiter und Fahrer, die die Maschinen unbedingt nutzen wollen, und das berücksichtigen wir.“
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Hand in Hand
Neue Produkte bedeuten immer auch Herausforderungen für die Händler, wie Lars Engel und Michael Andes von Projektpartner Robert Aebi übereinstimmend festhalten. Der Service am EC230 Electric, dem ersten mittelgroßen Elektrobagger von Volvo CE, bildet da keine Ausnahme – im Gegenteil. Techniker und Produktmanager erhielten im Vorfeld eine umfassende Schulung, von der obligatorischen Hochvoltschulung über spezifische Inhalte zum Freischalten der Maschine, die vorgeschriebene Schutzausrüstung, Testgeräte und Spezialwerkzeuge, Arbeiten am elektrischen System oder auch Besonderheiten bei Schweißarbeiten an E-Maschinen.
Die praktischen Voraussetzungen für den Testeinsatz auf der Baustelle zu schaffen, war für alle Beteiligten ebenfalls eine interessante Erfahrung. Schließlich gilt es, die Elektro-Kompetenz auf allen Seiten aufzubauen, vom Hersteller über den Händler bis zum Betreiber und Fahrer. Beim Kunden vor Ort zu sein, ist in diesem Kontext doppelt wichtig. Allein schon, um sich selbst ein Bild von der Infrastruktur zu verschaffen und somit zielgerichtet beraten zu können.
„Wir haben auch schon Kunden im Hinblick auf den EW240 Electric besucht, gerade bei den größeren Elektromaschinen ist das sehr wichtig“, berichten Lars Engel und Michael Andes. Anfragen für den kabelgebundenen Material Handler und den batterieelektrischen Kettenbagger EC230 Electric sehen sie generell eher im Großkundenbereich. Dass ein Unternehmen wie Leonhard Weiss ohnehin sehr innovativ agiert, ist dann natürlich ein zusätzlicher Glücksgriff.
