Ausgabe 1/2024
Nr. 113
16/31

Robin hat´s wieder getan

Im Finale des Volvo-Fahrerclubs 2024 hat Robin Müller seinen Titel erfolgreich verteidigt: Nach dem Triumph im Jahr 2023 holte er den Pott zum zweiten Mal in Folge nach Deutschland.

Es war ein nervenaufreibender Wettbewerb, den sich insgesamt 22 Baumaschinenfahrer aus ganz Europa am ersten Oktobersamstag lieferten. Auf dem Programm stand das Volvo-Fahrerclub-Finale in Schweden, genauer gesagt auf dem Areal des Volvo Customer Center in Eskilstuna. Am Ende hieß der Sieger – wie schon im Vorjahr – Robin Müller aus Deutschland, dicht gefolgt von Niels Kuipers aus den Niederlanden und Per Ovesen aus Dänemark.

Die aus elf Ländern angereisten Teilnehmer stellten sich einmal mehr dem härtesten Test in Sachen Präzisionsarbeit, den die Baumaschinenbranche zu bieten hat. Das Finale markiert alljährlich den Höhepunkt einer kompletten Serie lokaler Wettbewerbe, organisiert von verschiedenen europäischen Fahrerclubs. Im Einzelnen diesmal: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Georgien, Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Niederlande und die Türkei.

Im Laufe des Finaltages nahmen die Teilnehmer zunächst an drei Wettbewerben auf Zeit teil, bei denen es zudem Strafpunkte für Fehler gab. Die Fahrer mit den höchsten Punktzahlen traten im Anschluss zum Halbfinale und schließlich zum Superfinale an. Neben dem Wettkampfgedanken ist das Fahrerclub-Finale aber auch schlicht ein großes Familienfest – verbunden mit dem Gedanken, Talent und Erfahrung im Beruf des Baumaschinenfahrers auf höchstem Niveau zu feiern.

Auch für Robin Müller stand die Veranstaltung als Ganzes im Vordergrund: „Ich bin beeindruckt von der topp-organisierten Meisterschaft und es ist einfach noch mal was anderes, das in Schweden zu erleben, dem Heimatland von Volvo CE. Der Aufbau mit dem Testen aller Maschinen im Customer Center und die Möglichkeit, am Vortag an der Rallycross-Rennstrecke mitzufahren, machen die Veranstaltung zu einem absoluten Highlight. Die Atmosphäre mit allen Finalisten und der Teamgeist während des gesamten Wettbewerbs haben mir sehr gut gefallen."

Der angesprochene Rallycross-Part fand in der Nähe des Volvo Customer Centers im „Rallycross-Testlabor“ statt. Volvo CE hat diese Rennstrecke speziell entwickelt, um die Arbeit als offizieller Baumaschinenlieferant und Streckenbaupartner der vollelektrischen FIA World Rallycross Championship (World RX) zu unterstützen. Hier demonstrierte die erst 24-jährige Profi-Fahrerin Klara Andersson vom CE Dealer Team den Besuchern ihre Skills („absolut brutal“, wie nicht nur Robin Müller befand) und ging dabei mit vollem Ernst zur Sache. Ehrensache aber auch, dass sie die drei verschlissenen Reifen selbständig wechselte ...    


Einiges Aufsehen erregte beim diesjährigen Wettbewerb auch eine andere junge Dame: Mit der 23-jährigen Phebe Taelman nahm erstmals eine Frau am Volvo-Fahrerclub-Finale teil. Die Belgierin qualifizierte sich kurzfristig Mitte September auf der „Matexpo“, saß schon mit sechs Jahren auf einem Bagger und ist heute als Projekt- und Bauleiterin tätig. Daneben arbeitet sie im elterlichen Betrieb mit, den sie in weiterer Zukunft vermutlich zusammen mit ihrer Schwester übernehmen wird.

Nach Eskilstuna reiste Phebe zusammen mit ihrem Vater, und ging das Finale nach dem Matexpo-Wettbewerb reichlich unbefangen an. Für eine Platzierung in den Top Ten reichte es bei ihrer Premiere zwar noch nicht, die rote Laterne musste sie sich aber auch nicht anhängen lassen.  


An der Spitze des Tableaus war Robin Müller seine Titelverteidigung fast schon ein bisschen unangenehm. „Der Rummel war schon nach dem ersten gewonnenen Finale groß, und jetzt geht das wieder von vorne los“, kommentierte er mit einem Lachen. Der Vater von zwei Kindern, in dritter Generation Eigentümer der Müller Team Bau GmbH im Schwarzwald, ließ es sich aber nicht nehmen, unmittelbar nach dem Finale zu Hause anzurufen und seinem Ältesten stolz vom Sieg zu berichten. 

Auch vor Ort konnte er auf familiäre Unterstützung zählen: Nach Eskilstuna hatte ihn sein Bruder Enrico begleitet – ebenfalls ein echter Baumaschinen-Profi, der sich im heimischen Betrieb um die Werkstatt kümmert. Gemeinsam begutachteten und analysierten die Brüder die verschiedenen Wettkampfdisziplinen, wobei Robin generell eine beeindruckende Gelassenheit an den Tag legte. Der 30-Jährige war immer für einen Scherz zu haben, tauschte sich viel und gerne mit den anderen Teilnehmern aus und wirkte zu keiner Zeit sonderlich nervös – im Gegenteil eher ziemlich tiefenentspannt. 

Übertragen lässt sich das auf das gesamte deutsche Team, für das als weitere Teilnehmer Bernhard Vogt und Marlon Ebel an den Start gingen. Die Schweizer Fahne hielten Patrick Fässler und Hubert Jud hoch (stilecht mit eigens mitgebrachten Kuhglocken angefeuert) die österreichischen Farben vertraten Markus Schipflinger und Konrad Herndler.

Im Finale 2023 standen erstmals ausschließlich elektrische Maschinen auf dem Programm, womit Volvo CE im 25. Jubiläumsjahr des Fahrerclubs nachdrücklich das Engagement für Nachhaltigkeit und die Vision einer emissionsfreien Bauindustrie verdeutlichte. Der diesjährige Wettbewerb bot den Teilnehmern dagegen die Gelegenheit, einige der neuesten Maschinen der neuen Generation von Volvo CE kennenzulernen: darunter den kompakten Radlader L30 sowie die Bagger EC230 und EC400, die erst im Juni auf den Volvo Days in Schweden Premiere feierten. 

Um Fairness zu gewährleisten, hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich am Vortag mit den verschiedenen Maschinen vertraut zu machen und sie nach Herzenslust zu testen. „Es ist uns wichtig, die Maschinen jedes Jahr neu zu kombinieren und somit sicherzustellen, dass unser Gewinner wirklich der geschickteste und vielseitigste Fahrer über alle Gerätetypen hinweg ist“, erklärt Hanna Jaschke, bei Volvo CE für den Fahrerclub verantwortlich.

„Es ist wirklich inspirierend, die unglaubliche Geschicklichkeit und Präzision der Baumaschinenfahrer in ganz Europa zu sehen“, sagt Hanna Jaschke abschließend. „Dieser Wettbewerb feiert nicht nur die Besten unserer Branche, sondern zeigt auch die Anpassungsfähigkeit, die in der heutigen sich entwickelnden Baulandschaft erforderlich ist. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmer für ihre herausragenden Leistungen und insbesondere an den diesjährigen Gewinner Robin Müller, der mit einer Vielzahl von Maschinen ein so bemerkenswertes Talent bewiesen hat!“

So ganz nebenbei hat das diesjährige Finale mit einem hartnäckigen Gerücht aufgeräumt: „Die Deutschen gewinnen nur im Regen“, hieß es scherzhaft nach den beiden bisherigen Siegen von Thomas Vogt im Jahr 2012 und Robin Müller 2023. Damit ist nun Schluss: Bei der rundum gelungenen Ausgabe 2024 spielte auch das Wetter prächtig mit.

 

Weitere Infos zu den Volvo-Maschinen aus den Wettbewerbsdisziplinen:

Dumper A25G

Bagger EC230

Radlader L120H

Radlader L30

Bagger EC230 und EC400