Seit mehr als 20 Jahren betreibt die Wiedag Recycling und Deponie AG eine Biomasseverwertungsanlage (Gäranlage), in der sie Garten- und Küchenabfälle wiederverwertet. Resultate sind grüner Strom und Naturdünger für die Region.
Es ist eine beachtliche Menge: Die Gäranlage der Wiedag AG verarbeitet jährlich rund 20.000 Tonnen Grüngut aus den umliegenden Gemeinden. Mit dem daraus produzierten Methangas lassen sich mehr als 1.000 Haushalte mit Strom versorgen. Doch damit nicht genug: Produkte, die während des Verarbeitungsprozess entstehen, gelangen zurück in den Kreislauf – als Flüssig-Dünger, Holzschnitzel oder Kompost.
Strom zur Eigennutzung
Warum nicht das, was man selbst produziert, auch selbst nutzen? Diese Frage stellte sich Emmanuel Hess, Werkleiter der Gäranlage Chrüzlen. Warum also nicht elektrische Maschinen in der Anlage einsetzen, mit eigenem Strom laden und so den Wiederverwertungskreislauf schließen? Gedacht und abgewartet. Denn Emmanuel Hess ist zwar ein Fan von neuen Technologien, wollte jedoch erst einmal die Produktreife elektrischer Baumaschinen auf dem Markt ausloten. In die Überlegungen fügte sich die Strategie von Volvo CE nahtlos ein. Denn nachdem auf der Bauma 2019 die ersten beiden elektrischen Baumaschinen Premiere gefeiert hatten ließen Programmergänzungen und technische Weiterentwicklungen nicht lange auf sich warten.
Überzeugende Maschinen-Updates
Bei der neuesten Generation elektrischer Radlader hat Volvo Technik und Komfort weiter verbessert. Der Volvo L20 Electric erhielt eine noch geräuschärmere Hydraulikpumpe, ist mit Z- und Parallelwechsler zu haben sowie wahlweise mit 33 oder 40 kWh Batteriekapazität. Durch das zweite, zusätzlich integrierte On-Board-Ladegerät kann bei entsprechenden Anschlüssen (16 A /400 V) auch auf eine Ladeinfrastruktur verzichtet werden. Außerdem kann sich der Fahrer über eine neue Software zur Vorprogrammierung der Standheizung und einen ergonomisch optimierten Joystick der Einhebelsteuerung freuen. In Summe haben die Weiterentwicklungen das Team der Wiedag AG überzeugt: Ein neu angeschaffter Volvo Kompaktradlader L20 Electric löst somit den konventionellen Vorgänger ab, einen Volvo L20F mit etwa 3.500 Betriebsstunden und 10 Jahren Einsatz auf dem Konto.
„Für die Anwendung des Radladers, die in unserem Betrieb durch kurze schelle Intervalle geprägt ist, ist eine elektrische Maschine ideal“, sagt Emmanuel Hess. „Mit dem höheren Anschaffungspreis habe ich eine größere Investition beim Start, diese kompensiert sich jedoch über die Laufzeit. Wir müssen keinen teuren Treibstoff mehr tanken und die Servicekosten für 5 Jahre beziehungsweise 5.000 Betriebsstunden entfallen, da ein Servicepaket von der Robert Aebi AG bei dieser Maschine inkludiert ist.“
Keine Emissionen – leiser Betrieb
Bereits heute befinden sich einige Hallen auf dem Recyclingareal, in denen der Einsatz von emissionsfreien Maschinen vorteilhaft ist. Um in Zukunft sowohl den Standort als auch die Arbeitsplätze der rund 65 Mitarbeitenden zu sichern, muss die Wiedag AG einige Auflagen erfüllen. Im Mittelpunkt stehen eine kontinuierliche Renaturierung der angeschlossenen Deponie und eine umfassende räumliche Einhausung der Gäranlage. „Wir stehen in einem Modernisierungsprozess, zu dem zeitgemäße Maschinen gehören“, sagt Emmanuel Hess. „Der emissionsfreie L20 Electric, der auch weniger Lärm verursacht, unterstützt uns bei unserem Vorhaben und erweitert unser Einsatzspektrum – zum Beispiel mit der Möglichkeit, über längere Zeit in geschlossenen Hallen zu arbeiten.“
Es ist eine gesunde Portion grüner Unternehmergeist, der den Familienbetrieb täglich bewegt. Mit dem Bestreben von Volvo CE, die Palette von elektrischen Baumaschinen auch auf größere Gewichtsklassen auszuweiten, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, wann die Wiedag AG eigenen Strom für ihren kompletten Volvo Maschinenpark nutzen kann. Mit dieser Entwicklung kommt das Unternehmen seinem Ziel, innovative und umweltschonende Dienstleistungen für Mensch und Natur in der Region anzubieten, jeden Tag ein Stück näher.
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Volvo L20 Electric im Überblick:
Batteriekapazität:
wahlweise 33 oder 40 kWh
Ladezeit von 0 auf 100 % bei 33 bzw. 40 kWh
Internes Laden 400 V AC, 16 A:
ca. 5 bzw. 6 Stunden
Externes Laden 400 V AC, 32 A:
ca. 1,7 bzw. 2 Stunden
Laufzeit, je nach Anwendung:
bis zu 8 Stunden
