Gefragte Wertstoff­experten

Christian Vollmer ist seit sechs Jahren zuständig für den zentralen Einkauf der Arbeitsmaschinen bei dem Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Remondis. Dabei achtet er aber nicht nur auf hochwertige Maschinen, sondern sieht schon die Kaufentscheidung als Investition in die europaweit tätige Belegschaft. Was das für ihn bedeutet, erklärt er im gemeinsamen Gespräch mit Volker Fischer, Key Account Manager Swecon, und Jascha Henjes, Key Account Manager Volvo CE.

Herr Vollmer, Sie sind zuständig für den zentralen Einkauf der Arbeitsmaschinen bei Remondis. Was genau bedeutet das?

Meine Aufgabe ist es, mit Herstellern von Premium-Arbeitsmaschinen Rahmenverträge zu schließen. Wenn wir einen solchen Vertrag abschließen, dann gilt dieser für die gesamte Rethmann Unternehmensgruppe. Dazu gehören die eigenständig agierenden Unternehmen Remondis, Rhenus und Saria. Darüber hinaus besitzt die Firmengruppe auch noch Anteile an der weltweit agierenden Transdev-Gruppe. All diese Unternehmenszweige können auf die Vorteile unserer Verhandlungen mit Volvo CE zurückgreifen. In den einzelnen Firmensparten gibt es zusätzlich noch Facheinkäufer, die sich zum Teil auch um die Anschaffung der Arbeitsmaschinen kümmern – das natürlich in enger Abstimmung mit dem Zentraleinkauf.

Wie viele Niederlassungen betreuen Sie?

Europaweit betreuen wir 500 Niederlassungen. Deutschland ist dabei unser Kerngeschäft und ein zentraler Dreh- und Angelpunkt.

Es ist natürlich auch für uns als Hersteller eine Herausforderung, einem Partner, der so breit aufgestellt ist wie die Rethmann Gruppe, den bestmöglichen Service zu bieten. Es kommt uns aber zugute, dass wir in allen Ländern, in denen Remondis vertreten ist, ein flächendeckendes Händlernetzwerk haben.

Wie behalten Sie den Überblick? Wird jede Maschine über Sie geordert?

Nein, das wäre gar nicht zu realisieren. Die Zusammenarbeit mit Volvo CE besteht darin, dass wir nicht jede Maschine einzeln verhandeln, sondern Anfang des Jahres den Kurs für relevante Maschinen gemeinsam mit Volvo Construction Equipment festlegen. Dabei werden auch keine Maschinenpakete geschnürt. Jede einzelne Niederlassung ist ein eigenes Profit-Center und entscheidet nach Abstimmung mit dem Zentraleinkauf selbstständig. Das ist natürlich auch relevant für Volvo CE und alle Händler, denn wir erwarten, dass jede Niederlassung als einzelner wichtiger Kunde gesehen wird.

Das heißt, die Entscheidungen werden in den Niederlassungen gefällt?

Genau, wir bestellen zum Beispiel nicht einfach 50 Radlader, so wie wir es im Zentraleinkauf für richtig halten. Die Entscheidung trifft zum größten Teil der Betriebsleiter und der Fahrer in jeder einzelnen Niederlassung. Wir vom zentralen Einkauf arbeiten im Hintergrund, machen sozusagen den Weg frei und achten auf Themen wie beispielsweise Arbeitssicherheit und Wirtschaftlichkeit. Aber am Ende des Tages muss der Fahrer mit der Maschine arbeiten können und wollen. Er weiß am besten, was er braucht und was eben nicht.

Also werden auch die Fahrer bei den Kaufentscheidungen aktiv mit eingebunden?

Richtig. Seit sechs Jahren versuchen wir, auch den Fahrer bei den Kauf-Entscheidungen miteinzubinden und setzen ihn in den Fokus. Wenn ich ihm eine nur von mir konfigurierte Maschine an die Hand gebe, sagt er mir nachher noch, dass er damit nicht fahren möchte – damit ist schluss­endlich niemandem geholfen.

Und da sind natürlich auch wir als Maschinenlieferant und Servicepartner gefragt. Einerseits müssen wir eine attraktive Preisgestaltung für den Einkauf bieten, andererseits wollen wir auch an jeder einzelnen Niederlassung die bestmögliche Betreuung gewährleisten, egal ob service- oder vertriebsseitig.

Wie ist die Resonanz auf diese Vorgehensweise? Schwächt man damit nicht seine eigene Position?

Die Resonanz ist von allen Seiten fast nur positiv. Ich würde diese dezentrale Entscheidungsverteilung auch nicht als Schwächung einer einzelnen Position sehen. Ganz im Gegenteil: Wenn man hier auf Dauer als Einkäufer bestehen will und auch zeitgleich das Unternehmen voranbringen möchte, ist das der einzig richtige Weg. Und das ist ja auch nicht der einzige Pluspunkt.

Welche Vorteile gibt es denn noch?

Wenn der Fahrer eine Bindung zur Maschine aufbaut und mitentscheiden durfte, dann geht er in der Regel wesentlich pfleglicher mit „seiner“ Maschine um. Dadurch besitzen die Maschinen nach ihrer Laufzeit einen höheren Restwert. Wenn darüber hinaus sowohl er als auch wir von der Maschine ein positives Feedback bezüglich seiner geleisteten Arbeit erhalten, dann steigert das wiederum seine Produktivität. Daher ist auch der Einsatz von Assistenz-Systemen oder Maschinen-Schulungen nicht zu vernachlässigen. Zu guter Letzt ist noch hervorzuheben, dass wir mit dieser dezentralen Kauf­entscheidung auch den Mitarbeitern unsere Wertschätzung zeigen und ihre Leistung honorieren. Man vergisst heutzutage schnell, dass unsere Mitarbeiter unser höchstes Gut sind. Fachkräfte sind momentan ja rar gesät, weshalb wir ihnen ein angenehmes Arbeitsumfeld bieten möchten.

Worauf legen die Fahrer bei der Maschinen-Wahl Wert?

Die Anforderungen der Fahrer sind so vielfältig wie das Produktportfolio von Remondis. Man kann aber sagen, dass unsere Fahrer sehr viel Wert auf Produktqualität, Serviceangebot, Bedienkomfort und auch das Image einer Marke legen. Gerade Letzteres stellt sich in letzter Zeit als immer wichtiger heraus.

Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit Volvo CE und Swecon?

Konstanz beschreibt es am besten. Wir haben seit sechs Jahren denselben Ansprechpartner, das schafft Vertrauen. Zudem können wir dadurch aber auch Probleme schnell und einfach lösen. Generell werden wir, sei es jemand aus der Zentrale hier in Lünen oder aber ein Fahrer in einer der Niederlassungen, sehr ernst genommen. Unsere Wünsche haben Volvo CE und Swecon stets umgesetzt. In der Regel werden auch Probleme zügig und schnell vom Service-Partner vor Ort behoben, selten schlägt ein Thema bei mir im Einkauf auf. Zudem weiß ich, dass ich in Herrn Henjes und Herrn Fischer zwei kompetente Ansprechpartner habe. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Niederlassung im Einzugsgebiet von Swecon liegt oder nicht. Wir haben einen Ansprechpartner, der sich um alle Anfragen kümmert und diese bearbeitet, wir fühlen uns sehr gut durch Volvo betreut.