Ausgabe 1/2020
Nr. 106
18/25

Vom Fall einer Filmkulisse

Kriegs- und Actionfilme können künftig nicht mehr in der verlassenen Kaserne Krampnitz gedreht werden. Hier reißen schwere Volvo-Bagger altes Gemäuer nieder, um Platz für rund 5.000 Wohneinheiten im neuen Stadtquartier von Potsdam zu schaffen.

Die Produzenten von Filmen wie „Mein Führer“, „Resident Evil“ oder „Die Tribute von Panem“ müssen sich künftig nach anderen Drehorten umschauen. Die Kulisse der alten Kaserne Krampnitz, die neben diesen drei Spielfilmen auch für viele andere Kinohits als Szenerie diente, steht dafür bald nicht mehr zur Verfügung. Hier räumt die SBucher Abbruch & Recycling GmbH aus dem sächsischen Burkhardtsdorf im Auftrag der Stadt Potsdam derzeit tüchtig auf, um Platz für neues Wohnen, Leben und Arbeiten zu schaffen. Zahlreiche Gebäude im ehemaligen Bergviertel mit 120.000 Kubikmetern umbautem Raum sind den Baggern der sächsischen Abrissfirma bereits zum Opfer gefallen. Allein 25.000 Quadratmeter Estrich musste das Abbruchunternehmen entfernen und 17 Kilometer asbestbelastete Morinolfugen heraustrennen, aufbereiten und fachgerecht entsorgen.

Ein Ort voller Geschichte
Das vor über 90 Jahren errichtete Kasernengelände wurde 1991 von der sowjetischen Armee verlassen, lag seitdem brach und verfiel immer mehr. Dadurch bot der leerstehende Ort die perfekte Kulisse für zahlreiche Filme. Erst 2018 rollten die Bagger für die Abbrucharbeiten an und seit April letzten Jahres geht es dem einstigen Kohlebunker an den Kragen. 55.000 Kubikmeter Gemäuer müssen weg. Dank der ausgefeilten Abrisstechnik von Volvo CE ist es nur eine Frage der Zeit, bis die letzten Mauern fallen und die Abrissbagger dem Hochbau Platz machen können.

Für ein zügiges Vorankommen in Krampnitz hat Sebastian Bucher, Geschäftsführer der SBucher Abbruch & Recycling GmbH, zeitweise alles aufgefahren, was sein Betrieb an Abriss- und Entsorgungstechnik zu bieten hat. Ganz filmreif griffen vier Volvo-Raupenbagger und ein Volvo-Radlader L150H zeitgleich an und führten zusammen ihr Können vor.

In drei Jahren zum Erfolg
Als gelernter Straßenbaumeister mit Erfahrung als Oberbauleiter für Abrisse hat Sebastian Bucher im Mai 2017 mit einer Pflasterbaufirma und ohne eigenes Gerät begonnen. Diese Firma existiert heute parallel zum weit größeren Abrissbetrieb. Die Abrissarbeiten gewannen im neu gegründeten Unternehmen schnell an Oberhand, sodass Bucher den stetig wachsenden Bereich Anfang 2018 in eine GmbH ausgliederte. Für die ersten Abrisstätigkeiten mietete Sebastian Bucher die benötigten Bagger, Radlader und Dumper bei Swecon in Gera an.

Der erste eigene Abbruchbagger kam im Frühjahr 2018 auf den Hof des zwei­fachen Familienvaters. Den EC380EHR mit hoher Reichweite, zwei Auslegern und 51 Tonnen Einsatzgewicht bestellte der ge­bürtige Stollberger ebenfalls bei Swecon in Gera. Swecon und Bucher pflegen schon länger gute Geschäftsbeziehungen, sodass der Geraer Volvo-Vertragspartner die erste Adresse für den Kauf war und auch bei der Finanzierung wertvolle Starthilfe leistete. Doch mit nur einem Bagger kam Bucher nicht weit. Mehr und größere Aufträge verlangten zusätzliche Technik. Schnell erweiterten ein EC380EL mit 40 Tonnen und ein EC300EL mit 30 Tonnen Einsatzgewicht den Maschinenpark. Letzteren ließ Bucher mit einem um einen Meter verlängerten Monoblockausleger und drei Tonnen Kontergewicht aufrüsten, um besser mit Anbaugeräten wie Hydraulikhammer, Sortiergreifer, Pulverisierer, Separatorschaufel und den verschiedenen Baggerlöffeln zurechtzukommen. Zudem sind alle SBucher-Bagger mit dem Oil-Quick-Schnellwechselsystem ausgerüstet. So muss keiner der Mitarbeiter die Kabine verlassen, um schnell ein Arbeitsgerät zu wechseln.

Auch der jüngste Neuzugang verfügt über diese Schnellwechsel-Einrichtung. Der Volvo EC480EHR mit 70 Tonnen Einsatzgewicht und 30-Meter-Ausleger ist im Unternehmen bisher das Topmodell, für das Sebastian Bucher auch einen Wartungsvertrag mit Volvo abgeschlossen hat. Den Service der Volvo-Maschinen übernimmt Swecon, denn eine eigene Werkstatt betreibt SBucher nicht.

Volvo hat überzeugt
„Nicht nur unsere großen Bagger verfügen über Spezialausrüstung wie Abbruchgitter, Panzerglas und extra starke Bodenplatten an der Kabine. Auch der Radlader L150H kann mit Besonderheiten wie einem extra langen Hubgerüst aufwarten“, freut sich Marcus Kauz, Polier bei SBucher. Als rechte Hand des Firmenchefs ist der gelernte Betonfacharbeiter besonders von der High-Reach-Baureihe begeistert. „Da hat sich Volvo einiges einfallen lassen, was wirklich sinnvoll für unsere Arbeit ist“, schwärmt Kauz. Er ist von der Leistungsfähigkeit der Volvo-Bagger überzeugt.

Investition in die Zukunft

„Was wir machen, wollen wir auch gut machen“, erklärt Bucher. „Deshalb konzentrieren wir uns auf unser Kerngeschäft und investieren in moderne, standfeste Volvo-Maschinen.“ Zu seinem Dienstleistungsportfolio zählen Abbruch, Verwertung und Recycling. Darüber hinaus übernimmt das elfköpfige SBucher-Team auch Erdbauarbeiten und Ausschachtungen.


Die vier Raupenbagger und der große Radlader werden vermutlich noch eine Weile auf der ehemaligen Militärbasis Krampnitz am Werk sein. Bis weit ins Jahr 2020 hinein sollen die Abrissarbeiten auf dem 140 Hektar großen Areal noch andauern. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass auch SBucher Abbruch & Recycling davon profitiert und eine weitere Ausschreibung für Abrissarbeiten gewinnt – ganz ohne Hollywood. Denn mit der Filmerei ist es in Krampnitz ja vorbei.